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"Di-dä-do Poschtäuto" und "d Äuto AaGe"


Ein Car alpin beim Hotel Klausenpasshöhe vor der herrlichen Kulisse des Schächentaler Alpenkranzes (StAUR Slg Post- und Ansichtskarten).

Die Postkutsche mit den schnaubenden Pferden, dem Peitsche knallenden Postillion und den sich flüchtenden Rindern, dies romantisch verklärende Bild hat uns Rudolf Koller ins Gedächtnis eingeprägt. Vor 75 Jahren, am 1. Juli 1922, wurde am Klausen dieses Bild zur Geschichte. An diesem Tag fuhr erstmals ein gelbes Postauto, ein so genannter Car alpin, über den Pass. Diese Ablösung durch die Moderne vollzog sich in diesen Jahren auch auf den anderen Urner Alpenpässen: auf dem Gotthard, der Furka und der Oberalp. Andernorts hielt sich die Pferdekraft länger. Am längsten im Bündnerland, hier verkehrte die letzte Pferdepost bis 1961 zwischen Cresta und Juf.

Die drei ersten schweizerischen Postautos nahmen am 1. Juni 1906 in der Agglomeration Bern den Betrieb auf. Die drei 14-Plätzer waren alle Schweizer Fabrikate: Martini, Saurer und Berna. Sie wurden durch einen 4-Zylinder-Motor mit 30 PS angetrieben. Mit den 30 km/h war der Motorwagen bereits bedeutend schneller als die Pferdekutsche. Die Motorwagen benötigten für 100 Kilometer Fahrleistung 40 Liter Kraftstoff. Die Vollgummibereifung liess das Reisen hart bleiben. Da die drei Postautomobile häufig von Pannen betroffen waren, konnte die Postkutsche vorläufig noch die Zuverlässigkeit für sich beanspruchen. Im Ersten Weltkrieg konnte der Motorwagen den Beweis seiner Leistungsfähigkeit antreten. Die Schweizer Armee - mit Blick auf die Krieg führenden Länder - automobilisierte. Bei der Mobilmachung im August 1914 waren lediglich requirierte Personenwagen und eine kleine Anzahl Lastwagen vorhanden. Vor allem in der zweiten Hälfte des Aktivdienstes steigerte sich die Motorisierung aus einheimischer Produktion (Berna, Saurer, Martini, Franz) so sehr, dass der Motorfahrzeugbestand der Armee im letzten Kriegsjahr 1200 Lastwagen, 800 Personenwagen und 240 Motorräder umfasste. Die technischen Fortschritte erhielten durch die Produktion für die Bedürfnisse des Militärs einen derartigen Innovationsschub, dass das Automobil nach der Einkehr des Friedens allgemein als das Verkehrsmittel der Zukunft angesehen wurde. Nun galt es den Motorwagen auch im Alltag zu nutzen! Bereits 1919 fuhr ein Postauto erstmals über einen Schweizer Alpenpass, den Simplon!

Im Jahre 1920 beschloss der Bundesrat 100 Armeelastwagen umzubauen und diese kostenlos der Schweizerischen Postverwaltung zu übergeben. Die Tarnfarbe des Militärs wurde durch das Gelb der Post ersetzt. Die Berna und Saurer wurden als Car alpins zu Vorboten des volkstümlichen Automobilreisens. Beim Übergang von der Pferdepost zum Postautobetrieb wurden grundsätzlich die bestehenden Tarife übernommen. Das Reisen blieb also teuer, und der Bauer und Arbeiter hatte weiterhin auf Schusters Rappen über den Klausen zu wandern. Die Tarife für eine Postautofahrt betrugen anfänglich 10 Rappen pro Kilometer, auf einer Bergstrecke waren 13 bis 20 Rappen zu zahlen. Die Kriegsteuerung trieb die Preise in die Höhe, und 1920 betrug der Fahrpreis für den Bergkilometer 40 Rappen. Gemäss dem Postverkehrsgesetz von 1925 konnte für den Kilometer auf den Alpenstrassen bis 50 Rappen verlangt werden. Eine einfache Fahrt über den Klausen von Altdorf nach Linthal kostete 1922 den stolzen Betrag von 19.90 Franken. Die Vorteile der Auto- gegenüber der Pferdepost bestanden also nicht in den billigeren Tarifen, sondern im dichteren Fahrplan sowie in der schnelleren und bequemeren Beförderung. Mit der Postkutsche dauerte die Fahrt über den Klausen anderthalb Tage. Übernachtet wurde auf dem Urnerboden oder in Urigen, wo auch die Pferde gewechselt wurden. Das Postauto schaffte die Strecke in knapp fünf Stunden. Das gelbe Angebot wurde erst mit den Tarifrevisionen von 1934 und 1948 billiger. Vor allem wurden dann Arbeiterabonnemente mit 50 bis 75 Prozent Ermässigung sowie Ausflugsbillette angeboten.

Am 19. Juni 1921 wurden über die Furka und den Oberalppass mit Behörden- und Pressevertreter Probefahrten im Postauto ausgeführt. Diese verliefen zur allgemeinen Zufriedenheit. Bereits am anderen Tag begann der fahrplanmässige Betrieb, welcher eine merkliche Steigerung der Frequenzen bringen sollte. Ein markantes Detail ist noch jenseits des Oberalps zu erwähnen. In Graubünden waren nämlich - Postautomobile ausgenommen - bis 1925 Automobilfahrten verboten. Bei der Postverwaltung in Bern lag nun seit Januar 1920 auch ein Schreiben der Regierungen der beiden Kantone Uri und Glarus, welches um die dringende Einführung von Automobil-Postkursen über den Klausen ersuchte. Die beiden Behörden waren sich zwar bewusst, dass mit dem Verschwinden der Postkutschen "ein schönes Stück Poesie" verloren gehe, man wollte andererseits nicht verkennen, dass dem Kraftwagen die Zukunft gehören würde.

Die beiden Regierungen hätten es besonders begrüsst, "wenn der Betrieb der Klausenpost vermittelst Elektromobilen stattfinden und dadurch verschiedene Übelstände vermieden werden könnten, welche mit der Verwendung von Automobilen mit Benzin-Zündung unausweichlich verbunden sind." Die Schweizerische Oberpostdirektion teilte mit, dass sie der Einführung von Kraftwagenkursen auf der Klausenstrasse ihre volle Aufmerksamkeit schenke, dass aber die notwendigen Vorarbeiten und die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb noch mindestens die Zeit des laufenden Jahres in Anspruch nehmen würden. Auch müsse an Hand eines genauen Voranschlags geprüft werden, in welchem Umfang sich die beteiligten Gemeinden und Kantone an einem allfälligen Betriebsverlust zu beteiligen hätten, hiess es in dem Schreiben aus Bern. Der Einführung von Elektromobilen könne allerdings nicht entsprochen werden, da diese Kraftwagenart den gestellten Anforderungen noch nicht zu genügen vermöge. Auch mit einem zweiten Gesuch wurde man auf das nächste Jahr vertröstet. Der Klausen erhielt zweite Priorität, da laut Angaben der Oberpostdirektion auf der langen Strecke "die verkehrsbefruchtenden Kurorte" fehlen würden. Die Tonart der Urner und Glarner Regierung war zwar noch nicht geharnischt, doch erwartete man im dritten Schreiben mit Bestimmtheit, dass dem erneuten Gesuch für die nächste Sommersaison entsprochen würde. Der Automobilverkehr über den Klausen hätte im Jahre 1921 "eine nie geahnte Ausdehnung" angenommen und zwischen den mehreren Tausenden von Autos müsse sich die "mühselige" Pferdepost gut und schlecht "durchschlängeln". Der Fremdenverkehr der beiden Talschaften ermangele so der Früchte, die ein gross angelegter Autopostkurs bringen würde, tönte es aus Glarus und Uri.

Bald wurde aus Bern grünes Licht signalisiert, und am 1. Juli 1922 war es so weit: Das erste Postauto verkehrte über den Klausen.
Der Verkehr mit den Postautos verlangte nach neuen Verkehrsvorschriften auf den Alpenstrassen. Die Postautomobile verlangten den uneingeschränkten und ungehinderten Verkehr auf den Passstrassen, was auch zur Folge hatte, dass der übrige Schwerverkehr nun eine einschränkende Bestimmung in bezug auf die Wagenbreite erfuhr. Die Postdirektion wollte für ihre Fahrzeuge auch in Sachen Geschwindigkeit Privilegien, was ihr aber die Urner Regierung nicht einräumen wollte.
Für den reibungslosen Verkehr der Postautomobile auf den Bergstrassen musste sich der Bund über die damalige kantonale Hoheit der Kantone in der Strassenverkehrsgesetzgebung hinwegsetzen und räumte kraft Bundesratsbeschluss den Postautomobilen zur Sicherheit der Reisenden das Recht ein, stets bergwärts auszuweichen. Diese Regelung kam vor allem auch dem Umstand zugute, dass die Alpenstrassen mit ihren schwachen Stützmauern den schweren Gefährten (4,5 Tonnen) noch nicht angepasst waren.
Für die abgelegenen Bergtäler brachten die Postautos nun auch dem einfachen Bürger und Bauern den Anbruch der neuen Zeit.

Das bergwärts Ausweichen der Postwagen beim Kreuzen wurde im Jahre 1946 auf wenige Strecken im Wallis, Tessin und in Graubünden beschränkt und schliesslich 1953 ganz aufgehoben. Auch heute noch sind die Bergpoststrassen mit dem gelben Posthorn auf blauem Grund signalisiert. Die Signalisationsverordnung schreibt vor, bei schwierigem Kreuzen oder Überholen des Postautos die Zeichen und Weisungen des Postautochauffeurs zu beachten. Das Postautomobil war nicht nur durch seine gelbe Farbe, sondern bald auch akustisch erkennbar, denn im Jahre 1924 wurde das Dreiklanghorn eingeführt. Das Signal war dem Andante der Ouvertüre der Oper Wilhelm Tell von Gioacchino Rossini entnommen. Im Jahre 1928 wurden die Car-alpins zum letzten Mal eingesetzt. Sie hatten eigentlichen Allwetterfahrzeugen mit tief gezogenen Karosserien, versenkbaren Fenstern und Kurbelverdecken Platz zu machen.

Vom Befahren der Alpenstrassen durch Postautomobile erwarteten die interessierten Kreise auch eine Verbesserung der Strassen. Das Postauto hatte ein viel grösseres Platzangebot als die Postkutsche und verkürzte vor allem die Fahrzeiten. Die Fahrtaxen wurden dadurch verbilligt (40 Rappen pro Kilometer ) und es kam somit auch der Lokalverkehr in Fluss. Die fleissigere Benützung durch die Einheimischen rief denn auch bald nach besseren und häufigeren Fahrverbindungen im Regionalverkehr. Die Gewerbekreise erwarteten von den gelben Car-Alpins eine Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs. Die Postautomobile boten einem grösseren Kreis von Personen die Gelegenheit, eine Alpenfahrt zu absolvieren. Das Reisen stand also auch fern von einer Eisenbahnlinie im Begriffe, volkstümlich zu werden. Die Wagen, die bequem 20 Personen fassten, bewältigen eine Strecke, verglichen mit den Postkutschen, in ungefähr der halben Zeit. Die Einführung des Postautos sollte es nun Ungezählten ermöglichen, "die Wunder der Hochgebirgswelt in der Nähe zu schauen.

Die Postwagen wurden laufend verbessert. Schon bald wurden Wagen in Betrieb genommen, die bergauf eine Fahrgeschwindigkeit von 18 km/h (bisher 12 km/h) erreichen konnten. Es wurde versichert, dass die Betriebssicherheit dadurch nicht im geringsten gefährdet würde. Auf der Klausenroute konnte dadurch beispielsweise eine ganze Stunde Fahrtzeit gewonnen werden. Die Fahrzeit begann also immer mehr an Gewicht zu gewinnen. Es wurden sodann auch schon früh sämtliche Wagen mit Luftreifen ausgerüstet. Trotzdem blieb die Konkurrenz auf den Alpenstrassen von seiten privater Unternehmungen sehr gross. Dem Bestreben nach Reprivatisierung kamen die Postbetriebe in der Folge mit der Schaffung der Unternehmerposten einigermassen nach.

Gegen Ende der 1920er-Jahre fielen die Betriebsergebnisse der Klausenpost jedoch nicht mehr zur Befriedigung der Oberpostdirektion aus. Der Fahrplan der Klausenpost wurde stark reduziert. Es war nun auch in der Hochsaison nur noch ein regelmässiger Kurs in jeder Richtung vorgesehen. Die ständig steigenden Geschwindigkeiten der Postautos erlaubten es, die Ausgangspunkte immer weiter weg von den Pässen in die grossen Agglomerationen zu setzen. So sollte laut Fahrplan ein Postautokurs über den Klausen schon ab Zürich geführt werden. Diese Kurse wurden mit der Absicht eingeführt, um der wachsenden Privatkonkurrenz wirksam begegnen zu können. Einschränkungen im Zweiten Weltkrieg Doch das Postauto überwand die Anfangsschwierigkeiten und war bald einmal von der Klausenstrasse nicht mehr wegzudenken. Eine Einschränkung seines Betriebs brachte lediglich der Zweite Weltkrieg. Wegen der schwierigen Lage der Landesversorgung mit flüssigen Treibstoffen und Gummi musste der private Automobilverkehr stillgelegt und der öffentliche auf "das höchsttragbare Mass" herabgesetzt werden. So konnten die Fahrten der Alpenposten von 1941 an nicht mehr durchgeführt werden. Die PTT-Verwaltung erklärte sich dann jedoch zwei Jahre später "unter Würdigung der besondern geographischen Lage der grössten urnerischen Alp Urnerboden" bereit, für den Klausenpass eine Ausnahme zu machen. Seit 1943 wurde während des Sommers an drei Wochentagen je eine Doppelverbindung Flüelen-Urnerboden eingerichtet..

Vom Postpferde- zum Postautohalter Mit der Einführung des Autobetriebes schuf die Postverwaltung die Kategorie der Postautohalter als Ersatz für die Postpferdehalter. Die Betriebsform der Postautohalter ist dadurch gekennzeichnet, dass die Post mit einem Privaten einen Vertrag abschliesst, nach dem der Unternehmer eine oder mehrere Linien auf Rechnung der Post befährt. Die Verpflichtungen des Postautohalters bestehen darin, dass er Personal und Wagenmaterial für die Ausführung der von der Post vorgeschriebenen Kurse bereitstellt und diese fahrplanmässig fährt. Die Post ihrerseits verpflichtet sich, die dem Autohalter aus der Übernahme der Kurse erwachsenen Kosten in Form einer Wagenkilometerentschädigung zu vergüten. Im Jahre 1926 wurde Hermann Sigrist Postautohalter für die Line Altdorf--Unterschächen. Ein Jahr später schlug dieser vor, auch im Winter anstelle der Pferdepostkurse die Postautos einzusetzen. Der Vertrag mit dem Postpferdehalter Otto Jauch wurde gekündigt und der Autobetrieb auf das ganze Jahr ausgedehnt. Die Firma Sigrist in Flüelen führte die Postautokurse 50 Jahre aus, am 1. Oktober 1976 wurden die Postautokurse von Flüelen nach Unterschächen von der Auto AG Uri übernommen.


Gisler-Jauch Rolf; "... vom bequemen Wagen die Schönheit der Gebirgswelt bewundern - 75 Jahre Postauto am Klausen"; In: Urner Wochenblatt 1997, Nr. 50.
Foto: Kutschen auf dem Bahnhofplatz in Göschenen warten auf die Hotelgäste für Andermatt (StAUR Slg Bilddokumente 126.03-BI-4058).

POSTAUTOLINIEN

Sisikon - Riemenstalden - Chäppeliberg (60.541)
Flüelen - Klausen - Linthal (60.408/409)
Flüelen - Beckenried (60.310)
Altdorf - Seedorf - Isenthal - St. Jakob (60.403/405)
Altdorf - Ennetbürgen - Stans
Stans Beckenried - Emmetten - Seelisberg
Amsteg - Bristen - Golzern (60.407)
Göschenen-Wassen - Susten -Meiringen (31.162)
Göschenen - Göscheneralp (60.411)
Andermatt - Gotthard - Airolo
Andermatt - Furka - Oberwald

AUTO AG URI (AAGU)

Gruonbach - Flüelen - Altdorf - Göschenen (Linie 1)
Altdorf - Attinghausen (Linie 2)
Seedorf - Altdorf - Bürglen - Brügg (Linie 3)
Gurtnellen Wiler - Gurtnellen Dorf (Linie 4)
Tellbus Uri: Altdorf Telldenkmal - Luzern Bahnhof

THEMEN ZUM POSTAUTO

> zu den einzelnen Begriffen des Postautos

EREIGNISSE ZUM POSTAUTO UND DER AUTO AG URI

1921  - Samstag, 9. Juli 1921
Vorschriften wegen Postautomobilen
Die Urner Zeitungen berichten, dass der Regierungsrat auf Eingabe der Oberpostdirektion zur Sicherung des Postverkehrs mit Kraftwagen einige Bestimmungen erlassen hat. Die Motorlastwagen dürfen auf den Bergstrassen nicht mit den Postautomobilen kreuzen oder diesen vorfahren. Es darf deshalb kein Motorlastwagen in eine Strecke zwischen zwei Posthaltestellen einfahren, auf der nach Fahrplan der Post eine Kreuzung unvermeidlich ist. Die Wagenführer haben sich vor der Einfahrt in solche Strecken mit den Poststellen zu verständigen. Die Postautomobile weichen bei Kreuzungen mit Fuhrwerken und Personenautos immer bergwärts aus. Motorlastwagen von mehr als 2.20 Meter Breite werden auf den Alpenstrassen nicht mehr zugelassen.
GP, No. 28, Erstes Blatt, 9. Juli 1921.

1921  - Freitag, 16. September 1921
Erste Probefahrten mit dem Postauto finden statt
Die ersten Probefahrten mit dem eidgenössischen Gebrigs-Autopostwagen über den Klausen finden statt. Die Erfolgsmeldungen dieser Versuche _ bei mässigem Tempo wurde die Strecke Altdorf-Linthal in 3 Stunden 20 Minuten befahren - lassen das altehrwürdige Verkehrsmittel seinen gerechten Platz im Museum finden - als stummer Zeuge einer vergangenen Zeit.
Gisler-Jauch Rolf, Uri und das Automobil – des Teufels späte Rache, S. 144 f.

1922  - Samstag, 1. Juli 1922
Eröffnung der Postautolinien über den Klausen und Gotthard
Auf Einladung der Oberpostdirektion nehmen die Regierungen von Uri und Glarus an der Eröffnungsfahrt des Postautos über den Klausen. Gleichzeitig erfolgt die Eröffnung der Postautolinie über den Gotthard.
UW 26, 1.7.1922

1924  - Donnerstag, 2. Oktober 1924
Neues Postverkehrsgesetz des Bundes
Mit dem neuen Postverkehrsgesetz wird der Bundesrat ermächtigt, "soweit es für die Sicherheit des Postverkehrs auf Bergstrassen erforderlich" ist, allgemein verbindliche Fahrvorschriften zu erlassen.
BG betreffend den Postverkehr (Postverkehrsgesetz) vom 2. Oktober 1924, in: AS 1925, S. 329

1941  - Samstag, 19. April 1941
Sommerfahrplan des Postautos mit Einschränkungen
Wegen der ständigen Verschlechterung der Versorgungslage mit flüssigen Brennstoffen sieht sich auch die Postdirektion veranlasst, im Sommerfahrplan einschneidende Einschränkungen vorzunehmen. Von diesen Massnahmen wird auch der Kanton Uri in schwerwiegender Weise betroffen.
UW, Nr. 30, 19.4.1941.

1950  - Sonntag, 18. Juni 1950
Schattdorf beteiligt sich am Busbetrieb
Die Dorfgemeinde Schattdorf beschliesst sich am Busbetrieb zu beteiligen. Die geplante Buslinie wird somit von Flüelen nach Schattdorf erweitert.
StAUR P-221/346-59(1)

1992  - Dienstag, 1. Dezember 1992
Erste Busfahrerin im öffentlichen Verkehr des Kantons Uri
Bei der Auto AG Uri ist mit Lisbeth Betschart – nebst 27 Chauffeuren – die erste Chauffeuse im Einsatz. Die dreifache Mutter ist zuvor vier Jahre lang Lastwagen für eine Urner Baufirma gefahren.
UW 19.12.1992

2013  - Samstag, 30. November 2013
Start des Projekts "City-Bus" in Altdorf

UW 94, 30.11.2013, S. 16.

2014  - Samstag, 18. Januar 2014
Öffentliche Busse mit moderner Fahrgastinformation
Alle Busse und Postautos werden im Kanton Uri mit Bildschirmen ausgestattet. Dadurch werden die Fahrgäste über die nächsten Haltestellen und die Fahrzeit bis zu deren Erreichen, über die Anschlüsse und Umsteigebeziehungen und über allfällige Störungen im Netz. Ein zweiter Bildschirm setzt aktuelle regionale UW-News ab. Kurze Werbesequenzen regionaler Geschäfte und touristischer Anlagen sorgen für zusätzliche Einnahmen beim jeweiligen Verkehrsbetrieb.
UW 5, 18.1.2014, S. 3.

2014  - Samstag, 8. Februar 2014
Bauen soll ohne Postautokurs bleiben.
Der Urner Regierungsrat beantwortet in einer Interpellation von Landrat Anton Infanger (SVP, Bauen). Die Erschliessung von Bauen mit den bestehenden Postautokursen Flüelen–Altdorf–Isenthal ist aufgrund der fahrplantechnischen Umläufe nicht möglich. Ein Lösungsansatz wäre eine Anbindung mit separater Kursführung von Bauen nach Isleten mit jeweils direkter Anschlussverbindung an die Linie Altdorf–Isenthal. Die Führung einer Anschlussverbindung Bauen–Isleten würde Kosten von mindestens 50`000 Franken pro Jahr auslösen. Die Kosten und der Nutzen stünden jedoch in keinem Verhältnis, weil die Nachfrage nach einer öffentlichen Verkehrsverbindung von Bauen nach Isleten aufgrund des Potenzials und der Nachfragebasis sehr niedrig sei.
UW 11, 8.2.2014, S. 2.

2014  - Mittwoch, 14. Mai 2014
Auto AG Uri hat erneut weniger Fahrgäste transportiert
Die Auto AG Uri hat im vergangenen Jahr knapp über 2 Millionen Fahrgäste transportiert – das sind 0,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zugenommen hat jedoch die Nachfrage auf der Linie Bürglen–Seedorf. Das Geschäftsjahr 2013 weist einen Gewinn von 345`000 Franken aus, deutlich mehr als im Vorjahr. Allerdings ist das Ergebnis hauptsächlich auf die Auflösung von Pensionskassen spezifischen Rückstellungen zurückzuführen ist. Der bereinigte Gewinn beträgt somit noch 153’000 Franken.
UW 37, 14.5.2014, S. 5.

2015  - Montag, 18. Mai 2015
Bauen: Der eigenen Postautolinie einen Schritt nähergekommen
Die Idee einer eigenen Postautolinie soll weiterverfolgt werden.Mit 22:15 Stimmen beschliesst die Versammlung, dass der Gemeinderat die Verhandlungen mit dem Kanton weiterführen soll. Die jährlichen Nettokosten für eine eigene Postautolinie betragen gemäss Berechnungen zwischen 128`000 und 204`000 Franken. Die Gemeinde müsste die Hälfte davon übernehmen, um weitere 50 Prozent beim Kanton auslösen zu können.
UW 38, 20.5.2015, S. 3.

2015  - Dienstag, 19. Mai 2015
Auto AG Uri blickt auf gutes Geschäftsjahr
Die Auto AG Uri (AAGU) weist für das Geschäftsjahr 2014 einen Gewinn von fast 467`000 Franken aus. Das positive Ergebnis ist auf Sondereffekte zurückzuführen. Nachdem die Pensionskasse der AAGU einen Deckungsgrad von über 100 Prozent erreichte, musste die Rückstellung von 280`000 Franken, die auf die entsprechende Unterdeckung der AAGU Pensionskasse zurückzuführen war, aufgelöst werden. Zudem kann ein Verlust von 61’500 Franken auf abgeltungsberechtigten Linien durch Entnahme dieses Betrages aus der Reserve gedeckt werden. Diese Zahlen hätten zu einem effektiven betrieblichen Gewinn von 125`300 Franken geführt. Vor Leistungskürzungen im Bereich des öV blieb der Kanton Uri bisher verschont. Im Gegenteil: Im Dezember 2014 eröffnete der Kanton Uri eine öV-Offensive, einerseits mit der neuen Tangentiallinie 4 (Seedorf, Schloss A Pro - Schattdorf, Rossgiessen), anderseits mit der Einführung des Halbstundentaktes auf der Linie Seedorf–Bürglen, was einer Verdoppelung des Angebots auf dieser Linie entspricht. Auf der neuen Tangentiallinie konnte erstmals während einer dreimonatigen Testphase ein batteriegespiesener Elektrobus zum Einsatz kommen. Im Rahmen der laufenden Fahrzeugerneuerung beschloss der Verwaltungsrat die Beschaffung von zwei Midibussen sowie drei Normalbussen. Nach erfolgter Auslieferung der Busse wird der Fahrzeugpark der AAGU zum grösseren Teil aus Schweizer Fahrzeugen bestehen.
UW 38, 20.5.2015, S. 7.

2015  - Donnerstag, 9. Juli 2015
Neuer Bus für die Auto AG
Das jüngste Mitglied im Fahrzeugpark der Auto AG Uri heisst «Flüelen». Die Widmung mit dem Ortswappen ist oben seitlich über dem Hinterrad zu erkennen. Mit der «Taufe» wird eine Geste weitergeführt, die mit der Benennung des neuen Tellbusses Altdorf begann. Auch die zukünftigen neuen Busse der Auto AG Uri werden jeweils einen Ortsnamen tragen. Der Fahrzeuglieferant ist die Schweizer Firma Carrosserie Hess AG in Bellach (SO). Für die Auto AG Uri ist es der neunte Bus der Firma Hess, die Postautos dazugezählt. Der Bus verfügt über 30 Sitz- und 50 Stehplätze und wird auf der Linie 1 eingesetzt. Ein erheblicher Unterschied zu den bisherigen Bussen sind die Schiebetüren, die sich nicht nur schneller öffnen und schliessen lassen, sondern auch platzsparender sind und den Innenraum für die Fahrgäste nicht beeinträchtigen. Dank der neuen Dieselmotoren reduzieren sich der Treibstoffverbrauch und die Motorengeräusche.
UW 53, 11.7.2015, S. 2.

2016  - Donnerstag, 14. Januar 2016
Bustaufe für «Seedorf» und «Bürglen»
Die Auto AG Uri begrüsst an ihrem Sitz in Schattdorf zwei neue Midibusse in ihrem Fahrzeugpark. Sie werden vor allem auf den Nebenlinien eingesetzt.
UW 4, 16.1.2016, S. 2.

2017  - Samstag, 30. September 2017
Doppelstock-Postauto nach Seelisberg hat ausgedient
Gut zwei Jahrzehnte lang verkehrten die Doppelstock- Postautos zwischen Stans, Emmetten und Seelisberg mit Anschluss an die Treib-Seelisberg- Bahn. Das letzte dieser Fahrzeuge hat nun ausgedient. Bis nach Seelisberg wurde der Neoplan-«Dostö» schon seit geraumer Zeit nur noch als Reserve in Hochfrequenzzeiten eingesetzt.
UW 79, 4.1.2017, S. 10.

ZITATE ZUM POSTAUTO




"Wie eine Lähmung kam die Nachricht vom Ausbruch des Weltkrieges auch über das neutrale, friedliche Heimatland. Das Aufgebot der ganzen Feldarmee entzog so vielen Betrieben die nötigen Arme, und zuhause war man gebannt von der Unsicherheit, in der sich die Zukunft zeigte. Der Bahnverkehr ermattete, und das Geschäft stockte; die Hotelindustrie, am jähesten und härtesten betroffen, schloss ihre gastlichen Häuser. Jeder hielt mit seiner Kaufkraft zurück. Erst allmählich, belebt durch den unersättlichen Hunger des Krieges, erwachte das Geschäfts- und Verkehrsleben im Schweizerlande wieder." RSchB UR 1914/1915, S. 7.

      
Samstag, 19. April 1941
Einstellung des Postverkehrs während des Zweiten Weltkriegs
Bericht im "Urner Wochenblatt"
"Es sind dies für Uri Einschränkungen, die teilweise ganze Dörfer - es sei nur an den Urnerboden erinnert - vom übrigen Kantonsteil abschneiden. Ob nicht Mittel und Wege gefunden werden müssen, einem solchen Zustand, der noch schlimmer ist als zu Zeiten der Pferdepost, zu begegnen?"
UW, Nr. 30, 19. April 1941.
      

 

 
POSTAUTO
Besondere Postautomobile

> Offizielle Seite des Postautos

> Offizielle Seite der AAGU

 

 

 
Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.9.2016